PV-Ertragsrechner

Berechne den jährlichen Stromertrag deiner Photovoltaikanlage aus Anlagenleistung, spezifischem Ertrag, Ausrichtung und Dachneigung.

Nennleistung der Module laut Datenblatt (Kilowatt-Peak).
Regional 900–1100 kWh/kWp im Jahr. Süddeutschland höher, Norden niedriger.
Stromertrag pro Jahr9.500
Ertrag pro Monat (Durchschnitt)792
Effektiver Ertrag je kWp950
Vermiedenes CO₂ pro Jahr3.268
  • Die Werte sind Näherungen. Verschattung, Modulqualität und Wechselrichter-Verluste können den realen Ertrag um 5–15 % verändern.
  • Genaue standortbezogene Werte liefert das kostenlose EU-Tool PVGIS.

So funktioniert der PV-Ertragsrechner

Der Rechner schätzt den Jahresertrag deiner Photovoltaikanlage aus vier Angaben: der Anlagenleistung in Kilowatt-Peak (kWp), dem spezifischen Ertrag deiner Region, der Ausrichtung und der Dachneigung. Die kWp-Eingabe kann aus Modulanzahl mal Modulleistung stammen; dafür hilft der Dachbelegungsrechner. Wenn du Ausrichtung und Neigung vorab als kombinierte Orientierung vergleichen willst, hilft die Referenztabelle für Ausrichtung und Dachneigung.

Die Formel

Ertrag = Anlagenleistung × spezifischer Ertrag × Ausrichtungsfaktor × Neigungsfaktor

Eine 10-kWp-Anlage mit 950 kWh/kWp in Südausrichtung und optimaler Neigung erzeugt also rund 10 × 950 × 1 × 1 = 9.500 kWh im Jahr.

Spezifischer Ertrag in Deutschland

Der spezifische Ertrag liegt in Deutschland je nach Region bei etwa 900–1100 kWh pro kWp und Jahr – im Süden höher als im Norden. Diese Werte beruhen auf der Globalstrahlung des DWD und den Auswertungen des Fraunhofer ISE.

Wie es weitergeht

Wie viel des Stroms du selbst nutzen kannst, hängt vom Speicher und von steuerbaren Verbrauchern ab. Lädt künftig ein E-Auto an der eigenen Wallbox, prüfe den Haushaltsverbrauch und den Fahrstrom getrennt; der Ratgeber Photovoltaik und E-Auto laden zeigt, wie du PV-Überschuss einordnest. Bei einer Wärmepumpe kommt Heizstrom hinzu, der saisonal anders anfällt als der PV-Ertrag; das erklärt Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren. Wenn die Anlage bereits besteht, hilft der Überblick PV-Anlage erweitern oder nachrüsten bei der Prüfung von Zusatzmodulen, Speicher, Wallbox und Technik. Speichergröße und Autarkie schätzt du mit dem Speichergrößen-Rechner und dem Autarkiegrad-Rechner. Ob sich die Anlage rechnet, klärt der Amortisationsrechner.

Quellen

  • PVGIS — Photovoltaic Geographical Information System

    Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) der Europäischen KommissionPrimärquelleEigene Abfrage am 29.08.2026 für 1 kWp, 30° Neigung, Südausrichtung, 14 % Systemverluste: Hamburg 979, Kassel 1010, München 1130 kWh/kWp und Jahr. Die Vorbelegung von 950 liegt bewusst unter dieser Spanne und rechnet damit eher vorsichtig.Abruf: 29.08.2026

  • Ausrichtungs- und Neigungsfaktoren

    SolarCalcAnnahmeNäherungswerte gegenüber der Optimalausrichtung Süd/30°. Sie geben die Größenordnung des Verlusts richtig wieder, ersetzen aber keine standortgenaue Simulation — dafür ist PVGIS mit den echten Koordinaten das richtige Werkzeug.Abruf: 29.08.2026

  • Emissionsfaktor des deutschen Strommix

    Umweltbundesamt (UBA)PrimärquelleDas UBA nennt für 2025 durchschnittlich 344 g CO₂ je Kilowattstunde (2024: 353 g, 2023: 379 g). Genau dieser Wert ist im Rechner hinterlegt. Er sinkt jährlich mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Erzeugung — die ausgewiesene Ersparnis gilt für den Strommix von heute, nicht für die nächsten 20 Jahre.Abruf: 29.08.2026

Häufige Fragen

Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage?

Eine Photovoltaikanlage in Deutschland erzeugt pro Kilowatt-Peak (kWp) etwa 900 bis 1100 kWh Strom im Jahr – im Süden mehr als im Norden. Eine typische 10-kWp-Anlage kommt damit auf rund 9.000 bis 10.000 kWh jährlich.

Der genaue Ertrag hängt von der Ausrichtung, der Dachneigung, der Verschattung und der Region ab. Deinen individuellen Wert berechnest du mit dem PV-Ertragsrechner.

Wie groß sollte meine PV-Anlage sein?

Als Orientierung gilt: pro 1000 kWh Jahresverbrauch etwa 1 bis 1,5 kWp Anlagenleistung, sofern die Dachfläche reicht. Für einen 4-Personen-Haushalt sind das grob 6 bis 10 kWp. Wer ein E-Auto mit Photovoltaik lädt oder eine Wärmepumpe mit Photovoltaik kombiniert, plant größer.

Wichtiger als die exakte Zahl ist, das Dach möglichst voll zu belegen – jedes kWp liefert Ertrag. Welche kWp-Zahl geometrisch aus der Dachbelegung möglich ist, schätzt der Dachbelegungsrechner; anschließend kannst du verschiedene Größen im PV-Ertragsrechner durchrechnen.

Welche Ausrichtung ist für Solarmodule optimal?

Optimal ist eine Südausrichtung mit rund 30° Dachneigung. Eine Ost-West-Anlage liefert etwa 10 bis 15 % weniger, verteilt den Ertrag aber gleichmäßiger über den Tag – das erhöht oft den Eigenverbrauch.

Selbst Norddächer können sich bei flacher Neigung noch lohnen — wie stark allein die Neigung den Ertrag verändert, zeigt die passende FAQ. Wie Ausrichtung und Neigung zusammen deinen Ertrag verändern, zeigt die Matrix für Kombinationen aus Ausrichtung und Dachneigung als Vorfilter; konkrete kWh-Werte rechnet der PV-Ertragsrechner aus.

Von der Ausrichtung zu unterscheiden ist Verschattung durch Bäume, Kamine oder Nachbargebäude, die auch bei optimaler Ausrichtung nachträglich Ertrag kostet. Dazu mehr im Ratgeber Verschattung bei Photovoltaik.

Wie viel Dachfläche braucht eine PV-Anlage?

Als Faustwert brauchst du pro Kilowatt-Peak etwa 5 bis 6 m² Dachfläche. Eine 10-kWp-Anlage belegt also rund 50 bis 60 m². Moderne Module mit höherem Wirkungsgrad brauchen etwas weniger Platz; für die konkrete Modulanzahl ist der Dachbelegungsrechner genauer als die Flächenfaustformel.

Reicht die Fläche nicht für die gewünschte Leistung, belege das Dach so voll wie möglich. Den Ertrag der geplanten Größe berechnet der PV-Ertragsrechner.

Wie wirkt sich die Dachneigung auf den Ertrag aus?

Bei fester Südausrichtung kostet eine flache Dachneigung (0 bis 15°) rund 10 % Ertrag gegenüber der optimalen Neigung, eine steile Neigung (40 bis 60°) rund 5 % und eine senkrechte Fassadenmontage sogar etwa 30 %. Referenzwert ist eine Neigung von 25 bis 35°, wie sie die meisten Steildächer in Deutschland ohnehin haben. Diese Werte sind Näherungen des PV-Ertragsrechners, angelehnt an gängige Korrekturfaktoren (u. a. PVGIS/HTW Berlin) – kein exaktes Versprechen für ein einzelnes Dach.

Welche Ausrichtung dazu am besten passt, erklärt die FAQ Welche Ausrichtung ist für Solarmodule optimal?. Wenn du Ausrichtung und Neigung gemeinsam vergleichen willst, nutze die kombinierte Ausrichtungs- und Neigungstabelle. Den Effekt für die eigene Anlagengröße und Region liefert der PV-Ertragsrechner.

Was bedeutet kWp und wie unterscheidet es sich von kWh?

kWp misst Leistung, kWh misst Energie – das ist der Unterschied zwischen den beiden Einheiten, die bei Photovoltaik ständig nebeneinander auftauchen. Kilowatt-Peak (kWp) ist die Momentanleistung, die eine Anlage unter Standard-Testbedingungen abgeben kann, vergleichbar mit der PS-Zahl eines Autos. Was diese Testbedingungen genau festlegen, erklärt der Glossareintrag Kilowatt-Peak (kWp). Bei der Dachplanung lässt sich die kWp-Zahl aus Modulanzahl mal Modulleistung ableiten; der Dachbelegungsrechner rechnet diese Brücke von der Belegung zur Anlagenleistung. Warum diese kWp-Zahl nicht automatisch der kW-Nennleistung des Wechselrichters entspricht, beantwortet die FAQ Warum ist der Wechselrichter kleiner als die PV-Anlage?.

Kilowattstunde (kWh) dagegen ist die kumulierte Energiemenge, die über einen Zeitraum erzeugt oder verbraucht wird – physikalisch Leistung mal Zeit. Eine 10-kWp-Anlage liefert deshalb nicht „10 kWh auf einmal”, sondern über ein Jahr je nach Standort und Ausrichtung mehrere Tausend kWh. Den konkreten Jahresertrag für die eigene Anlagengröße liefert der PV-Ertragsrechner; die passende Vergleichskennzahl dafür ist der spezifische Ertrag in kWh pro kWp und Jahr.

Warum ist der Wechselrichter kleiner als die PV-Anlage?

Nein, das ist in der Regel kein Planungsfehler, sondern eine bewusste Auslegung. Die Wechselrichter-Nennleistung (kW, Wechselstrom) darf niedriger sein als die Modul-Nennleistung (kWp, Gleichstrom), weil die Module ihre volle Leistung nur unter Idealbedingungen erreichen, die in der Praxis selten gleichzeitig vorliegen. Das Verhältnis der beiden Werte heißt DC/AC-Verhältnis und liegt bei den meisten Dachanlagen spürbar über 1, ohne dass das ein Fehler wäre. Fachbetriebe planen bewusst so, weil ein etwas kleinerer Wechselrichter günstiger ist und die seltenen Lastspitzen der Module trotzdem zuverlässig verarbeitet.

Überschreitet die Modulleistung kurzzeitig die Wechselrichter-Nennleistung, kappt der Wechselrichter die Spitze. Dieser Effekt heißt Clipping und ist ein normales Betriebsverhalten, kein Defekt und kein Zeichen für einen zu klein gewählten Wechselrichter. Wie stark sich das je nach Dachausrichtung unterscheidet - etwa bei Ost-West-Anlagen mit ihrem flacheren Tagesverlauf -, und wo die Grenzen einer sinnvollen Auslegung liegen, erklärt der Ratgeber Wechselrichter-Dimensionierung verstehen im Zusammenhang.

Diese Frage betrifft ausschließlich zwei Leistungsangaben - die kWp-Zahl der Module und die kW-Zahl des Wechselrichters. Geht es stattdessen um den Unterschied zwischen Leistung und der über Zeit erzeugten Energiemenge, beantwortet das die FAQ Was bedeutet kWp und wie unterscheidet es sich von kWh?.

Eine konkrete Empfehlung, welche Wechselrichtergröße zu einer bestimmten Anlage passt, ersetzt diese FAQ nicht - ebenso wenig eine Stringplanung oder eine Aussage zur Meldeleistung gegenüber dem Netzbetreiber. Solche Fragen gehören zur individuellen Fachplanung vor Ort.

Warum passen weniger Module aufs Dach als die Faustformel sagt?

Die Faustformel rechnet mit teilbarer Fläche, PV-Module passen aber nur als ganze Rechtecke in ein Raster. Dadurch bleiben auf einem realen Dach oft Streifen, Ecken oder einzelne Felder frei, obwohl die Quadratmeterzahl auf dem Papier reichen würde.

Ganze Module statt teilbarer Fläche

Die übliche Flächenabschätzung aus der FAQ Wie viel Dachfläche braucht eine PV-Anlage? verteilt die Dachfläche rechnerisch gleichmäßig auf kWp. Für eine erste Einordnung ist das nützlich. Bei der Belegung zählt aber nicht nur die Summe der Fläche, sondern ob jedes Modul mit seiner Breite und Höhe vollständig auf die nutzbare Dachfläche passt.

Ein einfaches Beispiel ohne Produktbezug: Wenn am Rand nach mehreren Modulen noch 40 cm übrig bleiben, lässt sich daraus kein Teilmodul bauen. Diese Restfläche verbessert die Flächenbilanz, erhöht aber die Modulanzahl nicht.

Hochkant und quer ergeben unterschiedliche Raster

Je nach Dachmaß kann Hochkantmontage mehr Reihen erlauben, während Quermontage besser in die Breite passt. Manchmal ist auch beides gleich. Die bessere Variante ergibt sich deshalb nicht aus der Dachfläche allein, sondern aus dem Verhältnis von Dachbreite, Dachhöhe und Modulfläche.

Randbereich und gesperrte Plätze reduzieren die Zahl

Vom Dachrand, an Gauben, Dachfenstern, Kaminen oder anderen Hindernissen bleiben Flächen frei. In einer groben Faustformel gehen diese Stellen oft noch als Dachfläche mit, im Belegungsplan sind sie aber nicht nutzbar. Der Randbereich ist dabei ein Planungsbegriff, keine Montagefreigabe: Welche Abstände zulässig sind, muss ein Fachbetrieb anhand Dach, Montagesystem, Wind- und Schneelast prüfen.

Wann die Faustformel trotzdem hilft

Die Faustformel bleibt sinnvoll, um früh zu prüfen, ob eher 5 kWp, 8 kWp oder 12 kWp realistisch wirken. Sie ersetzt nur nicht die Rasterrechnung. Besonders bei kleinen Dächern, Gauben, vielen Dachfenstern oder ungünstigen Proportionen kann die Differenz deutlich auffallen.

Konkrete Modulzahl berechnen

Für die konkrete Planung ist der Dachbelegungsrechner die passendere Stelle: Er rechnet Hochkant und quer getrennt, zieht Randabstand und gesperrte Modulplätze ab und leitet daraus Modulanzahl sowie kWp ab. Den späteren Jahresertrag dieser kWp-Zahl berechnet anschließend der PV-Ertragsrechner. Diese kWp-Zahl ist bewusst nicht identisch mit der Nennleistung des Wechselrichters - warum sie kleiner ausfallen darf, beantwortet die FAQ Warum ist der Wechselrichter kleiner als die PV-Anlage?.