PV-Ertrag nach Ausrichtung und Dachneigung

Referenztabelle: Wie Ausrichtung und Dachneigung den PV-Ertrag relativ zur optimalen Süd-Anlage mit 30° Neigung verändern.

Eine Süd-Anlage mit etwa 25 bis 35° Neigung ist hier der Referenzfall mit 100 %. Die Tabelle zeigt gerundete Näherungswerte für Deutschland, Stand 2026: Sie ordnet Dachgeometrien grob ein, ersetzt aber keine Standortprognose.

Tabelle: relative Ertragsfaktoren nach Ausrichtung und Neigung

Ausrichtung0-15°25-35°40-60°Fassade/senkrecht
Südca. 90 %100 %ca. 100 %ca. 70 %
Südost/Südwestca. 90 %ca. 95 %ca. 90 %ca. 65 %
Ost/Westca. 85 %ca. 80 %ca. 75 %ca. 50 %
Nordost/Nordwestca. 75 %ca. 65 %ca. 50 %ca. 30 %
Nordca. 75 %ca. 55 %ca. 40 %ca. 20 %

So liest du die Werte

Die Prozentwerte beziehen sich auf den Jahresertrag je kWp. Ein Ost- oder Westdach mit 25 bis 35° Neigung liegt in dieser Modellierung also bei etwa 80 % des optimalen Südfalls. Für konkrete kWh pro Jahr brauchst du zusätzlich die Anlagengröße und den regionalen spezifischen Ertrag. Beides kombiniert der PV-Ertragsrechner; regionale Basiswerte stehen in der Tabelle zum spezifischen Ertrag nach Region.

Die Matrix ist eine PVGIS-Modellreferenz. Der aktuelle PV-Ertragsrechner arbeitet bewusst einfacher: Er multipliziert getrennte Faktoren für Ausrichtung und Dachneigung. Deshalb können einzelne Kombinationen, vor allem flache Nord- oder Nordostdächer, im Rechner anders ausfallen als in dieser Matrix. Nutze die Tabelle als Vorfilter und den Rechner für eine einheitliche Schätzung mit deinen Eingaben.

Die Werte erklären nicht, welche Ausrichtung wirtschaftlich am besten passt. Die kurze Einordnung dazu steht in der FAQ Welche Ausrichtung ist für Solarmodule optimal?. Wie die Dachneigung isoliert wirkt, trennt die FAQ Wie wirkt sich die Dachneigung auf den Ertrag aus?. Den Zusammenhang der Ertragsfaktoren erklärt der Ratgeber PV-Ertrag verstehen.

Quellen und Annahmen

Die Matrix wurde aus PVGIS 5.3 PVcalc-Modellabfragen abgeleitet: feste PV-Anlage, 1 kWp, 14 % Systemverluste, usehorizon=0, Referenz Süd/30° = 100 %. Geprüft wurden Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt am Main und München. Für Zeilen mit zwei Himmelsrichtungen wurde der Mittelwert gebildet; die sichtbaren Werte sind grob gerundet. Der HTW-PV-Wegweiser stützt den Referenzfall einer nach Süden ausgerichteten Anlage mit etwa 30 bis 35° Neigung als hohen Ertragsbereich für deutsche Breitengrade.

Grenzen der Tabelle

Die Tabelle setzt ein verschattungsfreies Dach und übliche kristalline Module voraus. Verschattung, Montageart, Hinterlüftung, Wechselrichterauslegung, Dachaufbauten, Schneelage im Winter und lokale Einstrahlung können den realen Ertrag deutlich verschieben. Besonders bei Norddächern und Fassadenmontage sollte die Tabelle nur als Vorfilter dienen; für eine Planung ist eine standortbezogene Simulation sinnvoll.

Quellen

  • PVGIS — Photovoltaic Geographical Information System

    Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) der Europäischen KommissionPrimärquelleFrei zugängliche Ertragsberechnung auf Basis langjähriger Einstrahlungsdaten. Abfrage vom 29.08.2026 für 1 kWp, 30° Neigung, Südausrichtung und 14 % Systemverluste: Hamburg 979, Kassel 1010, München 1130 kWh/kWp und Jahr. Für den eigenen Standort ist die Abfrage mit den echten Koordinaten aussagekräftiger als jede Tabelle.Abruf: 29.08.2026