Funktioniert meine PV-Anlage bei Stromausfall?
Nein, eine Standardanlage schaltet sich bei einem Stromausfall automatisch ab, statt weiter Strom zu liefern. Grund ist der sogenannte Anti-Islanding-Schutz: Netzgekoppelte Wechselrichter müssen sich bei einem Netzausfall automatisch vom öffentlichen Netz trennen. Die konkrete Ausführung wird im Anschlussprozess mit Netzbetreiber und Elektro-Fachbetrieb nach den jeweils anzuwendenden Netzanschlussregeln geprüft, unter anderem mit Bezug auf VDE-AR-N 4105.
Der Grund ist die Sicherheit von Einsatzkräften. Wer bei einem Stromausfall am Netz arbeitet - etwa Feuerwehr oder Netzbetreiber -, muss sich darauf verlassen können, dass die Leitung wirklich spannungsfrei ist. Würde eine PV-Anlage unkontrolliert weiter einspeisen, entstünde eine Gefahr für alle, die am vermeintlich stromlosen Netz arbeiten. Mehr zu diesem Sicherheitsmechanismus und weiteren Schutzeinrichtungen einer PV-Anlage steht im Ratgeber Blitz- und Brandschutz bei Photovoltaikanlagen.
Echte Notstromfähigkeit braucht mehr als eine normale Anlage: einen Wechselrichter mit Ersatzstrom- oder Notstromfunktion, der das Hausnetz vom öffentlichen Netz trennen und eigenständig weiterversorgen kann - meist in Kombination mit einem ausreichend dimensionierten Stromspeicher. Wie groß der dafür sein sollte, schätzt der Speichergrößen-Rechner; mehr zur Notstromfunktion als Zusatzfeature steht im Ratgeber Stromspeicher für Photovoltaik.
Eine Nachrüstung ist bei manchen Systemen möglich, aber nicht pauschal bei jedem Bestandswechselrichter. Ob es geht und was es kostet, klärt im Zweifel der Fachbetrieb, der die Anlage installiert hat oder warten soll.